Presse:FAQs

Fragen und Antworten zur IEU

Wissenswertes zur Initiative und Antworten zu den häufigsten Fragen rund um das Thema Erdgas und Heizungssanierung.

Wer oder was steckt hinter der Initiative Erdgas pro Umwelt?
Welche Ziele verfolgt die IEU?
Ist Erdgas wirklich „pro Umwelt“?
Warum legt die IEU so viel Wert auf Erdgas?
Wie viel CO2 lässt sich durch eine Erdgas-Brennwertheizung konkret sparen?
Zur Initiative Erdgas pro Umwelt gehören auch Unternehmen, die Ölheizungen anbieten. Ist das nicht ein Widerspruch?
Das Bundesumweltministerium hat jüngst das Ziel vorgegeben, in Neubauten ab 2020 gänzlich auf fossile Brennstoffe zu verzichten. Wie realistisch ist dieses Ziel?
Sind regenerative Energien wie Biomasse, Sonnenenergie und Wasserkraft nicht umweltschonender als Erdgas?
Sollte man im Hinblick auf die Endlichkeit von Erdgas nicht so schnell wie möglich auf regenerative Energien umsatteln?
Warum ist die Sanierung alter Heizungen für die IEU ein Thema?
Lohnt sich die Umstellung auf Erdgas-Brennwerttechnik?
Wird die Neuanschaffung von Brennwertheizungen staatlich gefördert?
Steigt die Nachfrage nach effizienter Heiztechnik in Deutschland?

Wer oder was steckt hinter der Initiative Erdgas pro Umwelt?
Die Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU) ist die Interessengemeinschaft führender Unternehmen der Heizgeräteindustrie, der Gaswirtschaft, des installierenden Fachhandwerks und des Großhandels. Sie umfasst derzeit 21 Mitglieder.

Welche Ziele verfolgt die IEU?
Die Initiative informiert über eine energieeffiziente und klimaschonende Wärmeversorgung. Sie macht sich insbesondere für den Einsatz moderner Erdgas-Brennwerttechnik in Kombination mit regenerativen Energien wie z. B. Solarthermie stark und informiert die Verbraucher im Rahmen einer umfangreichen Marketingkampagne. Darüber hinaus sucht die IEU den Dialog mit Politik und Medien zu Fragen des Klimaschutzes und der Energieeffizienz. Aktuell setzt sie sich dafür ein, die Erneuerung veralteter Heizsysteme zügig voranzutreiben und dem aktuellen Modernisierungsstau entgegenzuwirken.

Ist Erdgas wirklich „pro Umwelt“?
Ja, denn mit der Nutzung von Erdgas ist eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz verbunden. So nutzt eine moderne, gasbetriebene Brennwertanlage rund 98 Prozent der eingespeisten Energie. Sie reduziert den Energieverbrauch um rund 32 Prozent und produziert bis zu vier Tonnen weniger CO2 pro Jahr und Haushalt als eine alte Standardheizung. Wenn man bedenkt, dass fast drei Viertel des häuslichen Energieverbrauchs auf die Wärmeerzeugung entfallen, wird deutlich, wie hoch das Einsparpotenzial zugunsten des Klimas ist.

Warum legt die IEU so viel Wert auf Erdgas?
Erdgas ist von Natur aus besonders schadstoffarm und weist im Vergleich zu anderen fossilen Energieträgern die beste CO2-Bilanz auf: So setzt Braunkohle pro Kilowattstunde bis zu 400 Gramm CO2 frei, Erdgas rund 200 Gramm. Diese Bilanz fällt noch positiver aus, wenn man Erdgas und Solarenergie miteinander verbindet. Deshalb empfehlen wir den Einsatz von modernen Erdgas-Brennwertheizungen, idealerweise in Kombination mit Solarkollektoren. Neben seiner guten CO2-Bilanz enthält Erdgas auch deutlich weniger Schwefel als andere fossile Brennstoffe. Es produziert daher so gut wie keinen Feinstaub – das ist besonders in Ballungsgebieten ein wichtiges Argument pro Erdgas.

Wie viel CO2 lässt sich durch eine Erdgas-Brennwertheizung konkret sparen?
Der Austausch einer alten Standardheizung durch ein modernes Brennwertgerät reduziert den Energieverbrauch um rund 32 Prozent. Das bedeutet bis zu vier Tonnen weniger CO2 pro Jahr und Haushalt – und übrigens auch eine Heizkostenersparnis von durchschnittlich 700 Euro im Jahr. In Kombination mit einer Solarthermieanlage lassen sich die Kosten für die Warmwasserbereitung zusätzlich um bis zu 60 Prozent senken.

Zur Initiative Erdgas pro Umwelt gehören Unternehmen, die Ölheizungen anbieten. Ist das nicht ein Widerspruch?
Nein. Die Mitglieder der IEU setzen sich in erster Linie für die Verbreitung von energieeffizienten Heizungssystemen ein. Dazu zählen Brennwertheizungen, die sich sowohl mit Erdgas als auch mit Öl betreiben lassen. Erdgas verbrennt besonders schadstoffarm. Allerdings sind nicht alle Haushalte an das Gasnetz angeschlossen. Deshalb kann auch der Austausch einer alten Anlage gegen eine sparsame Öl-Brennwertheizung aus ökologischen Gründen empfehlenswert sein. Alternativ bietet sich in solchen Situationen auch der Einsatz von Flüssiggas an.

Das Bundesumweltministerium hat jüngst das Ziel vorgegeben, in Neubauten ab 2020 gänzlich auf fossile Brennstoffe zu verzichten. Wie realistisch ist dieses Ziel?
Aus heutiger Sicht ist diese Vision unrealistisch. Derzeit beziehen deutsche Verbraucher nur 6,6 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Quellen. Dieser Anteil soll laut dem Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) bis 2020 auf 14 Prozent ansteigen. Wer den Blick nur auf den Neubausektor richtet, verkennt die Bedeutung der energetischen Sanierung von Bestandsimmobilien. Die Erneuerung der Heizung ist in alten Wohngebäuden unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten ein wichtiger Schritt für mehr Energieeffizienz. Insbesondere Brennwertheizungen sind ideal mit regenerativen Energien wie etwa Bioerdgas oder Sonnenenergie kombinierbar.

Sind regenerative Energien wie Biomasse, Sonnenenergie und Wasserkraft nicht umweltschonender als Erdgas?
Zunächst muss man unterscheiden, welche regenerativen Energien überhaupt für die Wärmeerzeugung geeignet sind. Wasser- und Windkraft gehören nicht dazu. Solarkollektoren lassen sich mit verschiedenen Heizsystemen kombinieren, reichen aber in der Regel nicht aus, um den häuslichen Wärmebedarf allein zu decken. Außerdem ist der Wirkungsgrad von Solaranlagen abhängig von den baulichen Gegebenheiten und der Lage der Gebäude. Bei entsprechenden Standortbedingungen und in Kombination mit Erdgas tragen Solaranlagen in hohem Maße zu einer klimaschonenden Wärmeerzeugung bei. Eine zusätzliche sinnvolle Option ist Bioerdgas, das vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird – und in Kombination mit Brennwerttechnik hohe Wirkungsgrade erzielt.

Sollte man im Hinblick auf die Endlichkeit von Erdgas nicht so schnell wie möglich auf regenerative Energien umsatteln?
Selbst langfristig reichen erneuerbare Energien nicht aus, um den gesamten Wärmebedarf in Deutschland abzudecken. Die Bundesregierung strebt an, ihren Anteil von derzeit 6,6 auf 14 Prozent im Jahr 2020 zu erhöhen. Das heißt: Fossile Energieträger werden bei der Wärmeversorgung weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Warum ist die Sanierung alter Heizungen für die IEU ein Thema?
Es gibt einen Modernisierungsstau in den deutschen Heizungskellern: Rund drei Millionen Heizungsanlagen in den Privathaushalten sind älter als 18 Jahre. Die IEU will auf diesen Zustand hinweisen und gemeinsam mit Marktpartnern aus Geräteindustrie, Handwerk, Großhandel und Gaswirtschaft Wege aus dem Modernisierungsstau aufzeigen. Denn die Auswirkungen sind alarmierend: Veraltete Heizungsanlagen sind nach heutigen Maßstäben ineffizient und belasten darüber hinaus durch ihren erhöhten CO2-Ausstoß unverhältnismäßig stark das Klima. Tatsächlich werden dadurch jedes Jahr rund 24 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre freigesetzt, die man mit einer moderneren Anlage, zum Beispiel einem Erdgas-Brennwertkessel, um rund 8 Millionen Tonnen reduzieren könnte.

Lohnt sich die Umstellung auf Erdgas-Brennwerttechnik?
Eine Umstellung lohnt sich aus mehreren Gründen. Zunächst einmal lässt sich der Energieverbrauch bedeutend senken. Im Vergleich zu Altanlagen verbraucht eine moderne, mit Erdgas betriebene Brennwertanlage bis zu 32 Prozent weniger Energie. Haushalte können im Schnitt bis zu 700 Euro Heizkosten sparen. Hinzu kommt, dass sich die Investition in eine neue Heizungsanlage schneller auszahlt als beispielsweise die Gebäudedämmung. Die Stiftung Warentest hat vorgerechnet, dass die Dämmung der Gebäudefassade bei 150 Quadratmetern Wohnfläche rund 13.000 Euro und mehr kostet. Eine Fassadensanierung macht sich daher im Durchschnitt erst nach zwanzig Jahren bezahlt. Ein moderner Brennwertkessel ist mit rund 6.000 Euro deutlich günstiger. Wer staatliche Förderprogramme nutzt, spart zusätzlich. Beim aktuellen Stand der Energiekosten zahlt sich die Investition in die Heizung heute bereits nach fünf Jahren aus.

Wird die Neuanschaffung von Brennwertheizungen staatlich gefördert?
Die Bundesregierung fördert die Heizungssanierung im Rahmen der Initiativen „Energieeffizient Bauen“ und „Energieeffizient sanieren“. Wer einen neuen Brennwertkessel einbaut, erhält von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beispielsweise einen einmaligen Zuschuss von fünf Prozent der Investitionssumme oder maximal 2.500 Euro. Weitere Fördergelder gibt es etwa vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für die Neuerrichtung oder Erweiterung von Brennwertanlagen plus Solarthermie. Mehr zu den staatlichen Förderprogrammen erfahren Sie hier.

Steigt die Nachfrage nach effizienter Heiztechnik in Deutschland?
Ja, sehr deutlich. Das Absatzplus der Branche lag 2008 mit 12 Prozent klar über dem Vorjahresniveau (Quelle: BDH). Überproportional wuchs der Solarthermiemarkt. 2008 wurden laut dem Branchenverband BDH bereits 45 Prozent der neu installierten Heizungen mit Sonnenkollektoren gekoppelt. Daher ist es jetzt wichtig, dass die Politik die erkennbar wachsende Investitionsbereitschaft der Menschen in neue, energieeffiziente Heiztechniken stärker unterstützt. Nur so kann es gelingen, den insgesamt veralteten Heizungsbestand in Deutschland nachhaltig zu modernisieren – zugunsten des Klimas und einer besseren Energieeffizienz.

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